New Work gehört die Zukunft

Mobiles Arbeiten, digitale Kompetenz, Familienarbeitszeit und Humanisierung der Arbeit werden für Unternehmen immer wichtiger. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage zu den Er­wartungen im Hinblick auf Arbeit 4.0, die das Marktforschungsinstitut YouGov durchge­führt hat. Gleichzeitig schätzen die Führungskräfte von morgen ein transparentes Arbeits­umfeld mit freiem Zugang zu Informationen.

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Mobile Arbeitsformen nehmen an Bedeutung zu.

Deutsche Arbeitnehmer sitzen nach wie vor im Büro am häufigsten alleine oder zu zweit – noch, wenn man den Zahlen aktueller Studien Glauben schenken darf. Der Trend geht allerdings bei Mittelständlern mit hoher Mitarbeiterzahl und Konzernen eindeutig zu offenen Möblierungskonzepten. Open Space Lösungen schaffen durch ihre Gestaltung, Arbeitsatmosphäre und eine Anpassung auf die Mitarbeiterbedürfnisse eine produktive Arbeitsumgebung und allgemeine Zufriedenheit. Und dieser Trend, so das „Global Perspectives Barometer 2017“, ist mit einem Paradigmenwechsel verbunden, der zu einer Machtverschiebung von Arbeitgebern zu Arbeitnehmern führt.

Der Trend überrascht nicht. Mehr als drei Viertel der jungen Top-Talente unter den Digital Natives sagen, dass Unternehmen, die Informationen und Wissen intern offen teilen sowie eine Kultur schaffen, die auch kritische Meinungen zulässt, langfristig erfolgreicher sind. Die „leise Transformation“ verlangt Unternehmen jedoch einiges ab, nicht nur hinsichtlich der Gestaltung neuer Arbeitsbedingungen, sondern auch in punkto flexibler Arbeitsformen. Inzwischen scheint sich das Bewusstsein für eine „kontrollierte Transparenz“ und Vertrauenskultur auf breiter Front durchzusetzen.

Laut der YouGov-Studie gaben 58 Prozent an, mobile Arbeitsformen würden an Bedeut­ung zunehmen. Dies ist in 75 Prozent der Unternehmen mit über 1.000 Mitarbeitern der Fall und in 53 Prozent derjenigen mit bis zu 100 Mitarbeitern. Zudem werden Aspekte wie „Wissensgesellschaft“, „Mobiles Arbeiten“ sowie „Familienarbeitszeit“ immer stär­ker berücksichtigt. Arbeitsformen wie „Crowdworking“ spielen nur eine untergeordnete Rolle. 27 Prozent erwarten sogar einen Bedeutungsrückgang. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt auch die ManpowerGroup. 39 Prozent der Befragten gaben an, dass es in ihrem Unternehmen flexible Arbeitszeitmodelle gibt. Das ist ein Anstieg um 7 Prozentpunkte zum Vorjahr.

Allerdings muss auch die Generation Y einen Beitrag zur Transformation leisten. New Work bietet zwar ein hohes Maß an Flexibilität, attraktive Benefits und eine inspirier­ende Arbeitsumgebung, verlangt aber auch mündige Arbeitnehmer. „Die aktuelle Ge­neration scheint die Vorzüge von New Work mitnehmen zu wollen“, sagt Stefan Diestel, Psychologie-Professor an der International School of Management, „ein Job mit viel Eigenverantwortung und Freiraum ist ihnen aber dann doch nicht ganz geheuer.“

 

DigitalDisruption Keine Angst vor digitaler Veränderung

Die Digitalisierung ist der Schlüssel für erfolgreiche Wertschöpfung im 21. Jahrhundert. Digitalisierung ist aber auch der Motor schöpferischer Zerstörung. Darüber lassen die Autoren des Handbuches „Digital Disruption“ keinen Zweifel. Die Digitalisierung betrifft drei Ebenen: 1. Produkte, 2. Prozesse und Entscheidungen sowie 3. Geschäftsmodelle. Anhand von Beispielen zeigen sie auf, dass die Digitalisierung von Produkten und Geschäftsprozessen eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung für die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen ist. So liefert Uber ein Beispiel dafür, wie man auf intelligente und innovative Weise Bestehendes (Autos) mit heutiger Technologie (Smartphone) kreativ zu einem neuen Dienstleistungsangebot kombiniert. Die Autoren fordern zudem einen Wechsel vom eher defensiven Veränderungen, die in erster Linie auf Effizienzsteigerungen abzielen, zu mehr offensiveren, um neue Impulse zu setzen und Innovationen zu fördern. Und das heißt für sie auch ein Nachdenken über Geschäftsmodelle und –logiken sowie ein neues Führungsverhalten. „Die wirkliche Herausforderung ist die Änderung der Führungskultur“, so die Autoren. „Digital Disruption. Wie Sie Ihr Unternehmen auf das digitale Zeitalter vorbereiten“ analysiert den Status quo und zeigt Ansätze auf, wie Unternehmen neue „Wachstumsräume er(finden)“ können. Das Buch ist im Vahlen Verlag erschienen.

ISBN: 978 3 8006 5378 2