Haltungsschaden

Smart Devices belasten den Körper

Smartphones dominieren unseren Alltag. Mehr als 80 Prozent der Deutschen verwenden die elektronischen Helfer. In der Altersgruppe bis 30 Jahre sind es fast 100 Prozent. Welche Auswirkungen haben sie aber auf unsere Gesundheit? Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) wies jetzt in einer Meta-Studie nach, dass die mobilen Smart Devices Auswirkungen auf das Muskel- und Skelettsystem haben können.

Neue mobile Technologien wie Tablet-PCs und Smartphones finden immer weitere Verbreitung sowohl privat als auch im Büro und wer eins hat, kommt nicht mehr ohne ein solches Gerät aus. Zwei Drittel aller Smartphone-Nutzer verlassen ohne ihr Gerät nicht mehr das Haus. Sie ersetzen zunehmend auch den Desktop PC. Laut des Marktforschungsinstitutes Gartner sank der Absatz von PCs 2016 erneut – das fünfte Mal in Folge. In Wachstumsmärkten, so die Analysten, würden ihr Smartphone als ihren eigentlichen PC betrachten.

Zwar wird derzeit intensiv über die Auswirkungen der technischen Umwälzungen wie der Einführung des Internets auf die seelische Gesundheit diskutiert, aber bislang gab es kaum Erkenntnisse, welche Risiken im Arbeitskontext mit der Verwendung von Smart Devices verbunden sind. Dass Smartphones zu wahren Gesprächskillern geworden sind, glauben 45 Prozent. Sie würden die direkte Kommunikation stören und die Aufmerksamkeit beeinträchtigen, weil sich jeder nur noch mit seinem Smartphone beschäftigt. Dennoch: Für die meisten Nutzer überwiegen die Vorteile.

Wo viel Licht ist, ist auch Schatten, dürfte sich die BAuA gedacht haben. In einer Meta-Studie gingen die Dortmunder Arbeitswissenschaftler der Frage nach, ob und wie die kleinen Kommunikationsgeräte auf den Organismus wirken. Als Basis der Untersuchung dienten 41 Studien, die den Einsatz von Smart Devices im Arbeitskontext zum Gegenstand hatten. Bei den meisten Untersuchungen handelte es sich um Laborstudien. Der Schwerpunkt lag auf biomechanischen Parametern. Die Übersichtsarbeit kommt zu dem Ergebnis, dass Smartphones und Tablets ähnlich wie traditionelle PCs Auswirkungen auf das Muskel- und Skelettsystem haben. Intensive Nutzung würde zu statischer Körperhaltung, häufigen Bewegungswiederholungen und hoher Muskelaktivität führen. Die Forscher geben aber auch Tipps, wie man Belastungen minimieren kann.

Die wichtigsten Empfehlungen der BAuA:
• Grundsätzlich Tablets und Smartphones eher kurzzeitig nutzen.
• Beim mobilen Einsatz in unterschiedlichen Beleuchtungen möglichst reflektionsarme Displays verwenden.
• Unabhängig von der Eingabeart Arme sowie den Rücken durch geeignete Ablageflächen unterstützen und entlasten.
• Bei längerem Einsatz zusätzliche externe Eingabemittel verwenden.

Publikation der BauA

Vorbeugen ist besser als röntgen! Tipp1

Jeder fünfte gesetzlich Versicherte geht mindestens einmal im Jahr wegen Rückenschmerzen zum Arzt. 27 Prozent suchen sogar vier Mal oder öfter einen Arzt auf. Patienten und Ärzte würden allerdings häufig übertrieben reagieren. Von den jährlich mehr als 38 Millionen durch Rückenschmerzen bedingten Haus- oder Facharztbesuchen und den dabei durchgeführten sechs Millionen Bildaufnahmen wären viele vermeidbar. Zu diesem Ergebnis kommt die Bertelsmann Stiftung. Allein 2015 haben Ärzte über sechs Millionen Röntgen-, CT- und MRT-Aufnahmen vom Rücken veranlasst. 85 Prozent der akuten Rückenschmerzen sind jedoch medizinisch unkompliziert. Ärztliche Leitlinien empfehlen in solchen Fällen, körperliche Aktivitäten so weit wie möglich beizubehalten. Aber auch hier gilt: Vorbeugen ist besser als röntgen! Damit kann man bereits am Arbeitsplatz mit einem Steh-Arbeitsplatz beginnen. Preview For Smartoffice.tiff

Zusätzliche Hilfe bietet demnächst auch eine selbsterklärende und benutzerfreundliche SMART.OFFICE App von König + Neurath, die „Dauersitzer“ zu einer Änderung ihrer Sitzhaltung motivieren will.

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